Von Wuppertal nach Stolberg! Den Naziaufmarsch gemeinsam blockieren!

Seit 2008 instrumentalisieren Nazis den Tod eines Jugendlichen in Stolberg für ihre rassistische Propaganda. Dabei ist ihr Ziel in Stolberg einen Märtyrerkult aufzubauen, ähnlich dem, der etwa im schwedischen Salem besteht.
Für die Nazis entwickelt sich Stolberg zu einer Großveranstaltung. So versammeln sich jedes Jahr im April zwischen 500 und 800 Nazis in Stolberg um ein symbolisches Datum zu schaffen, mit dem bundes-, wenn nicht europaweit ein Aufmarschanlass geschaffen und zudem eine teils taktisch zerstrittene Szene geeint werden kann.
Jeder erfolgreich durchgeführte Aufmarsch wirkt motivierend, stabilisierend und ideologisierend auf die NS-Szene. Die Auswirkungen zeigen sich in verstärkter überregionaler Vernetzung, aber auch im Kleinen; durch ein alltägliches offensives, gewalttätiges Auftreten von NeofaschistInnen in Stolberg, Düren, Aachen – Städte, in denen Menschen zunehmend Opfer von Nazigewalt werden.
Um effektiv etwas gegen den entstehenden Märtyrerkult erreichen zu können, um dem rechten Gedenken ein Ende zu setzen, um zu verhindern, dass Neonazis ihre rassistische Propaganda verbreiten, werden wir mit allen, die diese Aufmärsche effektiv verhindern wollen, die Nazis Anfang April 2011 blockieren. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen und kulturellen Unter­schiede hinweg!
Doch damit eine solche Blockade erfolgreich wird, bedarf es eines großen Bündnisses.
Wir sind davon überzeugt, dass eine Vielfalt von Protesten, von solidarischen Protesten, uns nicht nur unseren Zielen näher bringt, sondern uns auch lernen lässt, welcher Wert in Differenz und in der Vernetzung steckt.
Wir werden mit allen, die den Nazis keinen Raum geben wollen, gemeinsam zivilen Ungehorsam leisten und die Naziaufmärsche im April 2011 in Stolberg blockieren.

(Auszüge aus dem Aufruf des Bündnisses. Der Aufruf ist zu finden unter: www.blockieren.mobi)

Die Beteiligung von über 5.000 Menschen an den Aktionen gegen den Naziaufmarsch am 29.01. in Wuppertal war ein großer Erfolg. Antifaschismus darf aber nicht an der Stadtgrenze enden. Ohne die Unterstützung von Nazistrukturen aus NRW und ganz Deutschland wäre es den Faschisten nicht möglich gewesen in Wuppertal zu demonstrieren. Es liegt in unserem eigenem Interesse als Wuppertaler Antifaschist_innen diese Strukturen zu schwächen. Deshalb organisieren wir einen Bus von Wuppertal nach Stolberg, um dort die Nazis zu stoppen. Allerdings werden wir dort nicht, wie am 29.01. in Wuppertal auf ca. 200 Neonazis treffen.
Jährlich werden in der Kleinstadt über ein tausend Neonazis erwartet. Es ist einer der größten Naziaufmärsche in ganz Deutschland. Die Menschen in Stolberg brauchen unsere Unterstützung!